
Sensorische Verarbeitung
Sensory Processing
Not fussiness or imagination, but a nervous system that receives sensation at a different volume or texture. Stigma often confuses intensity with exaggeration.
Was ist das eigentlich?
Die Sensorische Verarbeitungsstörung (SPD) tritt auf, wenn Thalamus und sensorischer Kortex Reize atypisch verarbeiten — manche Inputs kommen schmerzhaft verstärkt an, während andere kaum wahrgenommen werden. Das erzeugt eine fragmentierte Sinneserfahrung neurologischer, nicht verhaltensmäßiger Natur.
Etwa 5 % der Bevölkerung sind klinisch betroffen, mit deutlich höheren Raten bei autistischen Personen (bis zu 90 %) und solchen mit ADHS (40 %). Mit SPD zu leben bedeutet, sich in einer Welt zu bewegen, die für ein anderes Nervensystem gestaltet wurde.
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Es ist ein Unterschied, wie das Gehirn verdrahtet ist, kein Charakterfehler.
fMRT-Studien zeigen eine 18 % höhere Aktivierung des somatosensorischen Kortex bei taktiler Überreaktivität, und DTI-Bildgebung weist messbare Unterschiede in der weißen Substanz der sensorischen Integrationsbahnen nach — was bestätigt, dass SPD neurologisch und nicht verhaltensmäßig bedingt ist.
— NeuroImage: ClinicalWie es aussieht vs. Wie es sich anfühlt
Die gelebte Erfahrung hinter dem beobachteten Verhalten
Was andere sehen
Ohren zuhalten bei Geräuschen, die andere ignorieren
Von innen
Die Sinnesflut
Zu viele Inputs auf einmal, und ich kann keinen davon herausfiltern. Alles kommt mit gleicher Lautstärke an — Sirenen, Etiketten, Lichter, alles schreit gleichzeitig. Mein thalamisches Filtersystem steht weit offen und jeder Reiz fordert gleichzeitig Aufmerksamkeit.
Was andere sehen
Häufig stolpern oder gegen Gegenstände stoßen
Von innen
Die Verschwommene Körperkarte
Ich verliere das Gefühl dafür, wo mein Körper endet und der Raum beginnt. Meine Propriozeption ist unzuverlässig, weshalb ich gegen Dinge stoße, die eigentlich offensichtlich sein sollten. Die Kleinhirn-Karte meines Körpers im Raum hat Lücken.
Was andere sehen
Ständiges Schaukeln, Drehen oder Zappeln
Von innen
Die Regulationssuche
Dieses Schaukeln ist keine Gewohnheit — es ist Medizin. Der rhythmische Input rekalibriert mein Nervensystem, wenn alles andere zu viel oder zu wenig ist. Vestibuläre und propriozeptive Inputs erden mich, wenn die Welt überwältigend wird.
Was andere sehen
Extreme Vorlieben oder Ablehnung bestimmter Lebensmitteltexturen
Von innen
Die Texturwand
Die Textur dieses Essens löst meinen Würgereiz aus, bevor ich rational darüber nachdenken kann. Es ist keine Zickigkeit — es ist ein sensorischer Alarm, den ich nicht überwinden kann. Mein somatosensorischer Kortex feuert bei taktilen Inputs 18 % intensiver als der Durchschnitt.
Was andere sehen
In belebten Umgebungen einfrieren oder abschalten
Von innen
Der Systemabsturz
Zu viel Input und mein Gehirn stellt die Verarbeitung ein. Ich friere ein, werde leer, und die Welt wird distanziert, bis die Überlastung nachlässt. Es ist wie ein Schutzabschalten — der Sicherungsschalter des Nervensystems, der auslöst, um Schaden zu verhindern.
Was andere sehen
Ständig tiefen Druck, feste Umarmungen oder schwere Decken suchen
Von innen
Der Druckhunger
Ich brauche Enge, Druck, Gewicht. Tiefer Druck ist der einzige Input, der mein Nervensystem beruhigt. Ohne ihn fühle ich mich haltlos — als wüsste mein Körper nicht, wo er im Raum ist. Das propriozeptive System braucht schwere Inputs, um sich geerdet zu fühlen.
Während Ergotherapie die graue Substanz im Gyrus supramarginalis um 7 % erhöht und die Alltagsfunktionsfähigkeit verbessert, bestätigt Neuroimaging bei Erwachsenen anhaltende strukturelle Unterschiede in thalamokortikalen Bahnen — eine lebenslange neuronale Verdrahtung, kein heilbarer Zustand.
— NeuroImage: Clinical



















